Grafik: Projekt Schule Projekt des fab e.V.: "Schule und Behinderung"

Dank der Förderung von Aktion Mensch konnte der fab e.V. im Schuljahr 2004/2005 Schulen der Stadt Kassel und der näheren Umgebung die Gestaltung von Projekteinheiten zum Thema "Leben mit Behinderung" anbieten. Bei Schulbesuchen selbst behinderter Referentinnen und Referenten erhielten Schülerinnen und Schüler Einblicke in das Leben mit einer Behinderung. Dabei wurde interessant und erfahrungsorientiert über den Alltag als blinder Mensch, als hörbehinderter Mensch, als Rollstuhlfahrer/in und/oder als Mensch mit sog. geistiger Behinderung berichtet. Bei diesen Schulbesuchen sollte keine "langweilige Aufklärung" stattfinden und kein "moralischer Zeigefinger" erhoben werden. So konnten die Schülerinnen und Schüler neben den interessanten Erzählungen der Betroffenen - je nachdem, ob eine oder mehrere Stunden gestaltet werden sollten - Erfahrungen im "Dunkeln", in der "Stille", im Rollstuhl sowie mit weiteren Hilfsmitteln sammeln. Ziel des Projektes ist, schon in der Schule Vorurteilen entgegenzuwirken und Ängste und Unsicherheiten gegenüber behinderten Menschen abzubauen.

Zu Beginn des Schuljahres 2004/ 2005 wurde das o.g. Projekt gestartet, indem eine Mitarbeiterin des fab e.V. geeignete behinderte ReferentInnen ausgewählt hat, die in der Lage sind, ihre Behinderung in Schulen kinder- bzw. jugendgerecht zu präsentieren. Dabei hatten wir auch die Rolle, die ReferentInnen zu schulen und anzuleiten bzw. bereits durchgeführte Projekteinheiten auszuwerten. Parallel zur Auswahl der ReferentInnen wurde ein Flyer über das Projekt "Schule und Behinderung" entwickelt, ein Brief an Schulleiterinnen und Schulleiter formuliert und an alle Schulen der Stadt Kassel versendet. Zudem gab es im September 2004 die erste Veröffentlichung zum Projekt in der Regionalpresse. Auch wurden persönliche Kontakte zu Eltern und Lehrerinnen und Lehrern zur Bekanntmachung des neuen Angebotes genutzt. Anfang Oktober fand die erste Projekteinheit in einem Kassler Gymnasium im Rahmen einer Projektwoche statt.
Im gesamten Schuljahr 2004/ 2005 wurden im Rahmen des Projektes "Schule und Behinderung" an 17 Schulen der Stadt Kassel und der näheren Umgebung Projekteinheiten zum Thema "Leben mit Behinderung" vermittelt. Dabei handelte es sich um 5 Grundschulen, 2 Gesamtschulen, 2 Gymnasien, 1 Realschule, 3 Privatschulen und 4 Berufsschulen. Für drei Schulen haben wir jeweils drei oder vier Projekttage mit den unterschiedlichen ReferentInnen gestaltet. Da ein Teil der Schulen unsere ReferentInnen für verschiedene Klassen bzw. Projektgruppen anforderten, hatten wir insgesamt 24 "Schuleinsätze" mit einer durchschnittlichen Gruppengröße von 20 Schülerinnen und Schülern. Daher konnten ca. 500 SchülerInnen einschließlich der betreffenden Lehrerinnen und Lehrer die o.g. Einheiten nutzen. Die ReferentInnen haben 135 Stunden (Länge einer Schulstunde) für das Projekt geleistet. Zwölf Stunden wurden für Assistenz oder zur Beschaffung von Rollstühlen etc. aufgewendet.

Als Problematik bei unserem Projekt wurde erkannt, dass wir anfänglich Assistenz für die behinderten ReferentInnen und Zeit - z.B. für Beschaffung der Rollstühle - nicht eingeplant hatten. Dafür konnten wir teilweise PraktikantInnen einsetzen, was jedoch kaum einzuplanen ist, da nicht zu jeder Zeit PraktikantInnen in unserem Haus beschäftigt sind. Daher werden wir bei einer Fortführung des Projektes Kosten für Assistenz und Beschaffung der Hilfsmittel bereits im Voraus als Fahrtkosten und Honorarmittel einplanen. Neben der bereits in Zusammenhang mit dem Projektstart beschriebenen Öffentlichkeitsarbeit luden wir die Presse im Januar gemeinsam mit der Kassler Sozialdezernentin zu einer Projekteinheit zum Thema Blindheit in eine Kasseler Grundschule ein. Im April hatten wir zudem ein Fernsehteam von RTL für eine regionale Nachrichtensendung in der Kassler Montessorischule. Zudem haben wir das Projekt "Schule und Behinderung" in verschiedenen Gremien der Stadt Kassel bekannt gemacht und nach den ersten Projekteinheiten spielte die "Mund-zu-Mund-Propaganda" unter Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern eine immer größere Rolle. Aufgrund der durchweg positiven Resonanz plant der fab e.V. eine Fortführung des Projektes für das nächste Schuljahr!