Grafik: Assistenz Zeitung "SELBSTBESTIMMT LEBEN"


Hier finden Sie im Archiv die alten Ausgaben der Zeitung "SELBSTBESTIMMT LEBEN (ehemals "Aufstand der Betreuten")


Infoblatt "SELBSTBESTIMMT LEBEN" als Pdf-Dokument

Informationsblatt des fab e. V.
für Kassel und Umgebung
Dezember 2016 - März 2017

Wer die Zeitschrift regelmäßig per E-Mail erhalten möchte, teilt dies bitte
Birgit Schopmans, E-Mail: birgit.schopmans@fab-kassel.de, mit.


Inhalt:

Veranstaltungen:
• Kunterbunt – Spielkreis für Alle
• Tanz: Ich und Du – die Haut in der wir wohnen


Freizeitangebote:
• Frühstückstreff • Montagscafé • Freizeitgruppe • Offener Stammtisch
• Doppelkopfabend • Spielenachmittag • Tischball • Bastelgruppe


Bunt Vermischtes
• Zum Bundesteilhabegesetz (BTHG), Kommentare und Link zum Gesetzestext
• Schlichtungsstelle nimmt Arbeit auf • Opel Astra zum Verkauf

Veranstaltungen


Kunterbunt – Spielkreis für Alle
spielen - Frühstücken – singen

Ab 16. Januar 2017 jeden Montag von 9.30 – 11 Uhr
Für Eltern mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren mit und ohne Behinderung.

Wo? Aha e.V., Kölnische Str. 99, 34119 Kassel

Ansprechpartnerin:
Britta Urban, aha e.V.
Tel.: 0174 – 33 91 350
E-Mail: britta.urban@ahaev.de
Anmeldung bis spätestens Freitag vor dem jeweiligen Termin
Kostenbeitrag: 3 € pro Termin






ICH und DU – Die Haut in der wir wohnen
Tanzperformance mit Live Musik/Klang

Fr., 24. März 2017, „Halle 2“, Grüner Weg, 15 – 17, Kassel.
Sa., 25. März 2017, Neue Brüderkirche, Weserstr. 26, Kassel
(mit Workshop f. Menschen mit und ohne Behinderung).


Uhrzeiten bitte erfragen bei Manfred Zalfen, Handy: 0171/9810049.

Eine Tänzerin - schon älter - trifft auf einen Performer - auch schon älter.
SIE - weiß noch was „Spitze“ ist, kennt die Pein der Spannung, den Druck, wenn der Rist sich wölbt.
ER - betrachtet seinen Körper als ein von Gott geschaffenes Eigentum – aber es sitzt im „Gefängnis einer Behinderung“ – medizindeutsch: Spastische Tetraplegie mit Athetosen.
ES - ist der Rhythmus der Trommel, der Klang des Schlagwerks, das Vibrieren von Klangelementen, die eine Raummarkierung für Tanz zeichnet.

Die Kasseler Tänzerin Deborah Smith-Wicke, Klangkünstler Olaf Pyras, ebenfalls Kassel und der Berliner Performance Künstler Roland Walter gestalten einen Abend, in dem die Möglichkeiten und Grenzen von Tanz, Klang und Performance in ganz neue Beziehungen in einem Wechselspiel von Improvisation und Choreografie ausgelotet werden können.

Hintergrund:
Inspiriert von der ICH-DU Philosophie Martin Bubers, die man gerne mit Ehe-Beziehungen in Verbindung bringt, geht es in dieser Dreier-Konstellation darum, eine „Neue“ Seite des „Ich“ zu entdecken. Sozusagen die Haut, in der wir wohnen, neu erfahren. Am anderen Menschen lernt man sich selber anders kennen, erfährt neue Gefühlswelten, in dem man versucht, sich in andere einzufühlen. Damit wird auch der eigene Erfahrungshorizont erweitert. Das „Du“ kann nicht durch Suchen gefunden werden, es kommt von Selbst, durch eine Begegnung. Und wenn man „Du“ sagt, wird man auch „Ich“.

Veranstalter: SOZOvisions in motion




Freizeit- und Gruppenangebote


Frühstückstreff

Do., 05.01.2017 um 10.30 Uhr
Do., 19.01.2017 um 10.30 Uhr
Do., 02.02.2017 um 10.30 Uhr
Do., 16.02.2017 um 10.30 Uhr
Do., 02.03.2017 um 10.30 Uhr
Do., 16.03.2017 um 10.30 Uhr

freiRAUM, Samuel-Beckett-Anlage 6, Kassel

Birgit Schopmans und Deniz Kürtoglu laden zum Offenen Frühstück ein.

Wie wäre es, mitten in der Woche, in Gesellschaft mit anderen netten Leuten, gemütlich zu frühstücken? Mitzubringen sind nur etwas Hunger, Kaffee- oder Teedurst und der Wunsch, sich vielleicht mit dem Tischnachbarn / der Tischnachbarin in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Kosten: 3,50 Euro.

Bitte einen Tag vorher unter Tel.: 0561.7 28 85 - 160 oder per E-Mail Birgit.Schopmans@fab-kassel.de anmelden!







Montagscafé

Montags ab 15 Uhr!

Ort: freiRAUM, Samuel–Beckett–Anlage 6, Kassel

Hier sind Menschen mit und ohne Behinderungen herzlich eingeladen. Beim Offenen Café können Menschen jeden Alters miteinander ins Gespräch kommen.
Es gibt Tee, Kaffee, kalte Getränke und ein wechselndes Kuchenangebot zu günstigen Preisen.

Infos:
Angela Heitbrink
, fab e. V. unter 0561.7 28 85-161,
Angela.Heitbrink@fab-kassel.de oder 0561.7 28 85-0.




Freizeitgruppe

Deniz Kürtoglu, Stella Ortac und Nadja Halmuschi laden zu den nächsten Terminen der Freizeitgruppe ein. Neueinsteiger sind herzlich willkommen.
Fragen zu den Veranstaltungen und Anmeldungen bei Deniz Kürtoglu unter: 01577.9 27 06 11.

Fr., 27.01.2017, 18.00 Uhr: Gemütliches Essen und Jahresplanung
Treffpunkt: Solino, Wilhelmshöher Allee 91, Kassel

Wir möchten mit Euch zusammen bei einem gemütlichen Essen im Restaurant Solino die Jahresplanung für die Freizeitgruppe besprechen. Wir freuen uns auf Eure Ideen und hoffen, dass wir wieder ein schönes Jahr mit vielen Unternehmungen verbringen werden.
Das Restaurant ist natürlich barrierefrei.
Anmeldeschluss: Montag, 23. Januar 2017

Fr., 17.03.2017, 18.00 Uhr: DVD Abend
Treffpunkt: freiRAUM, Samuel-Beckett-Anlage 6, 34119 Kassel

Wer Lust hat kann mit uns einen gemütlichen DVD Abend mit Beamer im freiRAUM
verbringen. Jeder kann einen Film mitbringen, über die Auswahl wird dann gemeinsam abgestimmt.
Anmeldeschluss: Mittwoch, 15. März 2017






Offener Stammtisch



Do., 26.01.17 um 18 Uhr
Xallo Bar

Friedrich- Ebert- Str. 37, 34117 Kassel
Tel.: 0561 - 56 01 02 24
www.xallo-bar.de


Do., 23.02.17 um 18 Uhr
Casa Colombiana

Friedrichsstraße 36, 34117 Kassel
Tel. 0561 - 10 94 930
www.casacolombiana.de/home.html


Do., 30.03.17 um 19 Uhr
Gleis 1

Bahnhofsplatz 1, 34117 Kassel
www.gleis1.eu

Der letzte Donnerstag jeden Monats ist Stammtischtag!

Denise Schäfer lädt zum: „Offenen Stammtisch für Menschen mit und ohne Behinderung und chronisch Kranke“.

Hier treffen sich in barrierefreien Lokalitäten, welche sich ab und zu ändern, Menschen jeden Alters bei Speisen und Getränken zu Gesprächen über Themen die die Welt bewegen, Aktuelles vom Tage oder auch Privates. Mitzubringen ist nur der Wunsch:
• nach etwas Unterhaltung
• einen gemütlichen Abend zu erleben
• neue Leute kennen zu lernen.
Geselligkeit und Spaß ist das oberste Gebot dieser Runde. Gern gesehen sind natürlich auch immer neue Personen, die an dieser Stammtisch-Gemeinschaft teilnehmen möchten.

Interessierte können sich wenden an:
Denise Schäfer, 0157 / 77 86 28 82
Mail: denise.schaefer@fab-kassel.de





Doppelkopfabend

Di., 10.01.2017
Di., 24.01.2017
Di., 14.02.2017
Di., 28.02.2017
Di., 14.03.2017
Di., 28.03.2017

Ort: freiRAUM, Samuel-Beckett-Anlage 6, Kassel

Wir bieten im freiRAUM einen Doppelkopfabend an. Dieser Termin findet in der Regel jeden 2. und 4. Dienstag im Monat um 19 Uhr statt. Wie wäre es sich mitten in der Woche gemeinsam mit anderen netten Leuten zu treffen und in einer gemütlichen Runde miteinander Doppelkopf zu spielen? Hast Du Lust, dann komm doch einfach mal vorbei. Mitzubringen sind nur gute Laune, Spaß am Doppelkopf spielen und falls vorhanden ein Kartenspiel für Doppelkopf: Wir freuen uns über jeden, der uns besuchen kommt und Lust hat mitzuspielen!!!

Nähere Informationen könnt Ihr bei Deniz Kürtoglu unter der Nummer 01577.9 27 06 11 erhalten!





Spielenachmittag

Sa., 21.01.2017, 14 - 18 Uhr
Sa., 04.02.2017, 14 - 18 Uhr
Sa., 18.03.2017, 14 - 18 Uhr

freiRAUM, Samuel-Beckett-Anlage 6, Kassel

Wir spielen wieder gemeinsam verschiedene Gesellschafts- oder Kartenspiele; bei Letzterem z. B. Phase 10, SkiBo, Kniffel, Canasta, Romme‘, Wissenspiele & vieles mehr.

Es können auch eigene Spiele mitgebracht werden! Kleine Snacks & Getränke werden zu freiRAUM-Preisen angeboten.

Wenn Ihr nun Lust bekommen habt, würden wir uns auf neue Spielpartner/- innen freuen.

Meldet euch bitte 3 - 4 Tage vorher bei uns im freiRAUM
bei Claudia Bruer 0151 / 56 13 14 68 oder per E-Mail: claudi.bruer@gmx.de
Oder Ihr könnt dort Denise Schäfer bzw. Arnd Kunau direkt ansprechen.

 



Tischball

fab e.V. (1. Stock), Samuel-Beckett-Anlage 6, Kassel


Jeden Mittwoch trifft sich die Tischball-Gruppe ab 17 Uhr in den Räumen des fab e.V.
Tischball ist eine Mischung aus Airhockey und Tischtennis. Es spielen dabei grundsätzlich zwei Spieler an einem rechteckigen Tisch gegeneinander. In der Mitte des Tisches befindet sich ein Mittelbrett und an den jeweiligen Tischenden befinden sich Tortaschen. Jeder Spieler besitzt einen Schläger, um den hörbaren Ball unter dem Mittelbrett hindurch in das Tor des Gegners zu spielen. Der andere Spieler versucht dies zu verhindern und selbst Tore zu machen. Gewonnen hat der Spieler, welcher zuerst elf Punkte erzielt, mit mindestens zwei Punkten Vorsprung.

Diese Sportart ist ursprünglich eine Blindensportart und wird daher mit einer Dunkelbrille gespielt, um für jeden Spieler die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.
Wir freuen uns selbstverständlich auf jeden interessierten Teilnehmer.
Anmeldungen bitte spätestens einen Tag vorher.
Ansprechpartner: Deniz Kürtoglu 0157 - 79 27 06 11




Bastelgruppe

Fr., 06.01.2017 um 14.30 Uhr
Sa., 28.01.2017 um 11.00 Uhr
Fr., 03.02.2017 um 14.30 Uhr
Fr., 24.02.2017 um 14.30 Uhr
Sa. 04.03.2017 um 11.00 Uhr
Fr., 24.03.2017 um 14.30 Uhr
Sa., 08.04.2017 um 11.00 Uhr

fab e.V., freiRaum, Samuel-Becket-Anlage 6, Kassel

Gemeinsam basteln wir mit verschiedenen Materialien für z.B. selbst geplante und organisierte Basare. Über neue Leute mit oder ohne Ideen freuen wir uns.

Fragen und Anmeldungen bis spätestens 2 Tage vorher an
E-Mail: andi_siebert@web.de
Ansprechpartnerin: Andrea Siebert




Bunt Vermischtes


Zum neuen Bundesteilhabegesetz (BTHG)

Nachdem der Deutsche Bundestag dem Bundesteilhabegesetz bereits am 1. Dezember mit den 68 Änderungsanträgen der Regierungskoalition beschlossen hatte, hat am 16.12.2016 auch der Bundesrat dem Gesetzesvorhaben zugestimmt. Damit können die ersten Regelungen des bis zuletzt äußerst umstrittenen Gesetzes nach der Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Das Bundesteilhabegesetz soll die Eingliederungshilfe und das Schwerbehindertenrecht neu regeln.

Die aktuelle Fassung des Bundesteilhabegesetzes ist hier online verfügbar:
www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Meldungen/2016/bundesteilhabegesetz-entwurf.pdf?__blob=publicationFile&v=5

Kommentare zum BTHG:

Weiter für Teilhabe und Menschenrechte streiten

Während im Bundesrat gestern der letzte parlamentarische Akt für die Verabschiedung des umstrittenen Bundesteilhabegesetzes vollzogen wurde, machten behinderte Menschen bei der Veranstaltung "Bundesteilhabegesetz: hart gekämpft - noch viel zu tun" in Berlin unmissverständlich klar, dass diese auch nach Verabschiedung des Gesetzes für die Teilhabe und Menschenrechte behinderter Menschen streiten werden. Sie verfolgten die Debatte per Livestream und machten dabei symbolisch deutlich, dass sie gerade auch die Länder und Kommunen bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes kritisch beobachten und im Sinne von "Nichts über uns ohne uns" begleiten werden.

Die langjährige Kampagne für ein gutes Bundesteilhabegesetz ist mit der gestrigen Veranstaltung und dem Beschluss des Bundesrates zwar zuerst einmal zu Ende gegangen, der Kampf für die Menschenrechte, für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen und damit für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Teillhaberechts im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention gehe aber unvermittelt weiter. Darin waren sich die TeilnehmerInnen der Veranstaltung einig. Und dafür gab es auch eine Reihe von Vorschlägen. Raul Krauthausen machte beispielsweise deutlich, wie wichtig es ist, dass wir auch in die Parteien gehen und von innen heraus etwas verändern. Er selbst hatte sich im Rahmen der Kampagne für fünf Tage Undercover in einem Heim aufgehalten und weiß daher, wie wichtig es ist, dass wir verstärkt die Menschenrechtsverletzungen in Heimen thematisieren und Türen öffnen. Es dürfe nicht sein, dass Menschen wie Dirk Berger und andere in verschiedenen Teilen Deutschlands in Heime gezwungen werden und der Auszug aus diesen massiv erschwert werde.

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Verena Bentele bedankte sich bei allen, die sich für ein gutes Bundesteilhabegesetz stark gemacht haben und machte deutlich, dass es nun gelte, sich in den Umsetzungsprozess und die damit verbundenen Evaluationsprozesse einzubringen. Hier läge weiterhin viel Arbeit vor uns. Christiane Möller vom Forum behinderter Juristinnen und Juristen beschrieb die vielfältigen Aktivitäten des Forums behinderter Juristinnen und Juristen vor und während des Gesetzgebungsprozesses, bis hin dazu, dass das Forum zu Beginn der Debatte einen eigenen Gesetzentwurf entwickelt habe. Nun gehe es darum, die neuen Regelungen genau zu sichten, diese aufzubereiten und über die Möglichkeiten und Grenzen des Gesetzes zu informieren und damit zu arbeiten. Schon jetzt sei klar, dass dieses Gesetz handwerklich in einigen Bereichen schlecht gemacht sei und dringend an Verbesserungen gearbeitet werden müsse. Dass es hierfür immer auch verschiedene Phasen des Engagements gäbe, machte die Chefin von change.org deutlich, bei der Constantin Grosch seine Petition mit fast 350.000 UnterstützerInnen für ein Recht auf Sparen eingestellt hatte. Es gäbe Zeiten, da müsse man den Protest formulieren, da müsse man auch mal lauter sein, auch mal provozieren und dann gäbe es auch Zeiten, in denen man wieder das Gespräch suchen und mit den politisch Verantwortlichen intensiv verhandeln müsse.

Für Dr. Sigrid Arnade, die Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), die zusammen mit Andreas Bethke, dem Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes u.a. den Beteiligungsprozess beschrieb und in seinen letztendlichen Auswirkungen kritisierte (…). "Wir müssen die Lücken des Gesetzes aufzeigen und Menschenrechtsverletzungen durch Zwangspoolen oder Heimeinweisungen verhindern", betonte sie und brachte symbolisch einen Blauhelm mit. Die Blauhelme seien in Krisengebieten, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, enorm wichtig. Ein Blauhelm als Zeichen für Frieden und Menschenrechte müsse aber auch für die Achtung der Menschenrechte hierzulande symbolisch zur Verfügung stehen, betonte Dr. Sigrid Arnade.

Der langjährige Aktivist für die Gleichstellung behinderter Menschen, Hans-Günter Heiden, stimmte zum Schluss mit seiner Sangeskraft noch das Lied "Trotz alledem" an, mit dem der weitere Kampf für die Rechte behinderter Menschen in einer umgetexteten Version besungen wurde. Trotz zum Teil massiver Enttäuschung und Ärger darüber, dass zum Beispiel Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention durch das Bundesteilhabegesetz durch Zwangspoolen und mögliche kostenbedingte Heimeinweisungen mit Füßen getreten wird, stand gestern auch der Stolz über eine neu erstarkte Behindertenbewegung und der Kampfeswille für die Menschenrechte behinderter Menschen im Mittelpunkt des Geschehens - eben trotz alledem.
Kobinet vom 17.12.16 von Ottmar Miles-Paul



Protest hat viel bewegt

Eine gemischte Bilanz zieht der Paritätische Wohlfahrtsverband nach dem heute im Bundesrat verabschiedeten Bundesteilhabegesetzes. „Das Bundesteilhabegesetz ist noch immer kein gutes Gesetz, aber wir sind erleichtert, dass viele Regelungen, die die Situation von Menschen mit Behinderung verschlechtert hätten, in letzter Minute abgewendet werden konnten. Dabei spielte der Zusammenhalt von Betroffenen, Angehörigen, Bezugspersonen und Verbandsvertretern eine herausragende Rolle. Der breite gemeinsame Protest und die intensive Aufklärungsarbeit haben wirklich etwas bewegt", so Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes.
Der Paritätische appelliert an die Politik, das Bundesteilhabgesetz im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention in der kommenden Legislaturperiode umfassend weiterzuentwickeln. „Auf dem Weg zu gleichberechtigter Teilhabe für alle Menschen liegt noch immer ein großes Stück Strecke vor uns", so Rosenbrock. Dringenden Handlungsbedarf sieht der Wohlfahrtsverband unter anderem nach wie vor bei der Schnittstelle zwischen Eingliederungshilfe und Pflege sowie der umfassenden Umsetzung des Wunsch- und Wahlrechts von Menschen mit Behinderung auch im Freizeitbereich.
Kobinet vom 16.12.16 von Franz Schmahl


Teilhabgesetz

Nachdem der Bundesrat heute dem umstrittenen Teilhabegesetz zugestimmt hat, sieht der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband nach langem politischem Ringen jedoch keinen Abschluss erreicht. Viele Teilhabeleistungen werden mit dem Gesetz, das ab 1. Januar 2017 stufenweise in Kraft tritt, auf eine neue Grundlage gestellt. „Ein konsequent menschenrechtsbasiertes Teilhaberecht, wie es die UN-Behindertenrechtskonvention vorgibt, hat der Gesetzgeber mit dem Bundesteilhabegesetz nicht verabschiedet“, konstatiert DBSV-Präsidentin Renate Reymann. „Deswegen müssen wir weiterkämpfen und Weiterentwicklungen durchsetzen.“

Durch intensiven Protest konnten Verschlechterungen beim Zugang zur Eingliederungshilfe abgewendet werden. Die Schaffung neuer Zugangskriterien ist aber nicht vom Tisch. Es sollen neue Regelungen erprobt und bis 2023 in einem eigenen Gesetz verabschiedet werden. Der DBSV wird diesen Prozess wachsam begleiten.
Kobinet vom 16.12.16 von Franz Schmahl





Schlichtungsstelle nimmt Arbeit auf

Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) in Kraft. Eine wesentliche Neuerung des Gesetzes ist eine Schlichtungsstelle nach dem BGG. Ab heute können sich Menschen mit Behinderungen an die unabhängige Schlichtungsstelle wenden, wenn sie sich in ihren Rechten nach dem Behindertengleichstellungsgesetz verletzt fühlen. Damit wird eine außergerichtliche und rasche Streitbeilegung für Menschen mit Behinderungen ermöglicht, teilte die Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele mit.

Die Schlichtungsstelle ist bei der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen eingerichtet. Verena Bentele erklärte heute dazu: "Ich freue mich sehr, dass die Schlichtungsstelle nun ihre Arbeit aufnehmen kann. Damit ist erstmals eine Anlaufstelle für Verbände und Einzelpersonen geschaffen, um Diskriminierungen zu beseitigen. Die Schlichtungsstelle ist ein konkretes Angebot, mit dem wir die Beteiligten an einen Tisch bringen können und mit professioneller Unterstützung - und manchmal auch ganz pragmatisch – einvernehmliche Lösungen finden."

Das Schlichtungsverfahren bietet viele Vorteile im Vergleich mit einem gerichtlichen Prozess. Das Angebot der Schlichtung ist risiko- und kostenfrei. Notwendige Reisekosten werden auf Antrag erstattet. Es gibt keinen Gewinner und keinen Verlierer, vielmehr geht es um das gemeinsame Erarbeiten einvernehmlicher Lösungen. Die Einzelheiten des Verfahrens sind in der Verordnung über die Schlichtungsstelle nach § 16 des BGG (BeGleiSV) geregelt. Diese Verordnung ist am 3. Dezember 2016 in Kraft getreten.
Kobinet, 6. Dezember 2016 von Ottmar Miles-Paul





Opel Astra zum Verkauf:

Baujahr 2005, 120 PS, Automatik mit Edag-Rollstuhlladehilfe, km-Stand: 115000; Preis VB.
Rückfragen entweder über E-Mail: Angela.Heitbrink@fab-kassel.de, Büro-Tel.: 0561 / 7 28 85 -161 oder Handy 0178 - 9387429.




 

 

 

 

Die nächste Ausgabe von
„SELBSTBESTIMMT LEBEN“
erscheint Ende März 2017!

 



Impressum:

Hrsg.:
Verein zur Förderung
der Autonomie Behinderter - fab e. V.

Redaktion:
Anita Grießer, Birgit Schopmans, Georg Riester

Spendenkonto:
fab e. V., Kasseler Bank,
IBAN-Nr.: DE75 5209 0000 0000 0077 22,
BIC: GENODE51KS1



Antrag auf Mitgliedschaft im fab e. V. unter
www.fab-kassel.de/download/Antrag_auf_Mitgliedschaft_im_fab_eV.pdf